Die Deutsche Bahn hat ihr Weinangebot für die Bordgastronomie in den ICE- und Intercity-Zügen neu aufgestellt – und diesmal lohnt sich der Blick in die kleine Flasche besonders. Unterstützt vom Deutschen Weininstitut (DWI) wurden in zwei verdeckten Verkostungsrunden aus insgesamt 220 eingereichten Weinen die neuen Begleiter für die Zugreise ausgewählt.
Die neuen Weine
Ab Juni 2026 kommen folgende Weine ins Bordbistro:
- Grauburgunder trocken vom Weingut Keth (Rheinhessen)
- Riesling trocken vom Weingut Peter Stolleis (Pfalz)
- „That’s Neiss Tinto Réserve“ vom Weingut Neiss (Pfalz)
- Riesling Sekt brut von Schloss Affaltrach (Württemberg)
Die Weiß- und Rotweine werden in der 0,25-Liter-Flasche ausgeschenkt, der Sekt in der 0,2-Liter-Version. Für die beteiligten Weingüter ist die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn durchaus attraktiv: Schließlich werden jedes Jahrund eine Million Kleinflaschen Wein und Sekt in den Fernzügen verkauft. Spitzenreiter im bisherigen Sortiment war ein Grauburgunder mit etwa 400.000 verkauften Flaschen. Zur Einordnung: 2025 nutzten 134,5 Millionen Fahrgäste die ICE- und Intercity-Züge der DB.
Die Weine im Test
Ich hatte Gelegenheit, die Neuzugänge zu probieren – mein Fazit: Die Bahn hat eine gute Wahl getroffen.
Der Grauburgunder von Keth ist ein klassischer Vertreter seiner Art: kraftvoll und würzig, mit Aromen von Kernobst und exotischen Früchten. Der Riesling von Peter Stolleis hebt sich angenehm vom Gewohnten ab.Er ist knackig, frisch und mit viel Aromatik ausgestattet. Damit dürfte er definitiv Freunde finden – ich zähle mich dazu.
Die Rotwein-Auswahl überrascht mich nicht. Die Weine vom Weingut Neiss sind mit gut bekannt. Die Cuvée „That’s Neiss Tinto Réserve“ vereint Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot (plus weiteren Rebsorten). Sie zeigt sich angenehm weich, zugleich mit bemerkenswerter Kraft. Noten von Kakao, rotem Pfeffer und saftigen dunklen Beeren verleihen ihr einen klar französisch inspirierten Charakter.
Der feine Riesling Sekt komplettiert das neue Angebot. Persönlich würde ich zwar eher zu den beiden Weißweinen oder dem Rotwein greifen, doch auch er erfüllt seine Rolle mit Bravour.
Unterm Strich ist das neue Bahn-Sortiment ein klarer Fortschritt gegenüber dem bisherigen Angebot. Es schmeckt – und kann selbst dann die Stimmung heben, wenn es auf der Strecke in den seltensten Fällen doch einmal zu Verspätungen kommen sollte 😉

Das neue Weinangebot für die Bordgastronomie der Deutschen Bahn. Foto: DB
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