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Vinotheken am Neusiedler See

War kürzlich auf Weintour unterwegs am Neusiedler See. Neben den Weingütern Achs-Wendelin, Heinrich, Lehner und Umathum gehörten auch Besuche der örtlichen Vinotheken dazu. Es gab einiges zu entdecken. 

Vinothek Gols – ein Schmuckstück  

 

Im Weinkulturhaus Gols

In der burgenländischen „Weinhauptstadt“ Gols (mehr als 100 Winzer) ist die örtliche Vinothek – das Weinkulturhaus Gols – ein wahres Schmuckstück. Schon beim letzten Besuch hat es mir dort gut gefallen. Auch wenn ein Teil des Personals diesmal nicht ganz auf der Höhe war hat sich die Visite wieder gelohnt. Beim Verkosten von zwei Dutzend Weißweinen sind vor allem Chardonnays aufgefallen: Zum Beispiel der 2020er Chardonnay von Heinrich Lunzer, die im Barrique ausgebaute Chardonnay Reserve 2019 der Gebrüder Nittnaus oder der charismatische 2017er Chardonnay Heideboden vom Weingut Juris. Gute Noten verdiente auch der Sauvignon Blanc 2021 von Vinum Pannonia Allacher. Nicht zu vergessen die lebendigen Welschrieslinge, einer gern unterschätzten Rebsorte. Mir hat der 2021er Welschrisesling von Helmut Bruckner am besten gefallen, dicht gefolgt vom 2020er Welschriesling des Weinguts Herzog. Der charismatische Naturwein Koreaa 2021 von Judith Beck, eine Cuvée aus fünf Rebsorten und großer Präsenz im Gaumen, hat alle Mitverkoster begeistert. Beim Dinner nebenan beim wieder groß in Form kochenden Peter H. Müller im „Heimlich“ hat der 2020er Veltliner von Sommer großen Eindruck hinterlassen. 

Vinothek Weiden am See – klein aber fein

Die Ortsvinothek im wenige Kilometer entfernten Weiden am See ist wesentlich kleiner. Logisch, dort gibt’s auch weniger Weingüter. Die „diensthabende“ Angestellte präsentierte die Weine der ortsansässigen Winzer an einem Samstagvormittag mit viel Engagement und Kenntnis. Aufgefallen sind: Ein unkomplizierter Welschriesling vom Weingut DerFuhrmann, gleiches Kaliber die Welschriesling-Selektion vom Weingut Kummer, beides von 2021. Eine Überraschung waren Weine zweier Aromasorten: Der duftige, aber unaufgeregte  Blütenmuskateller 2021 von Thomas Hareter sowie ein aromatischer Muskat Ottonel 2020 vom Weinbau Schwartz. Es gab noch den Hinweis auf den Winzer Christian Friedrich, der gerade am örtlichen Markt eine Auswahl seiner Weine präsentierte. Das war ein guter Tipp!

Im Weingut Friedrich

Bei Friedrich ging es mit dem aromatischen Welschriesling gleich gut los – und mit dem kraftvollen, im Holz gereiften 2021er Chardonnay noch besser weiter. Star des Mini-Tastings war der St. Laurent Ried Bühl 2020, der die Stärken der Rebsorte glänzen lässt. Da das Weingut gleich um die Ecke liegt wird die Chance genutzt, noch mehr zu probieren. Das lohnte sich. Diese drei Weine aus einem insgesamt guten Portfolio haben neben dem erwähnten St. Laurent am meisten überzeugt: Der würzige und elegante Graue Burgunder Lebenswerk 2021, der beerdige, saftige Zweigelt Prestige 2021 sowie tolle Chardonnay Beerenauslese 2018. 

Vinothek Purbach – Superlative  

 

Das Haus am Kellerplatz – die Vinothek Purbach

Maßstäbe setzt die Vinothek in Purbach, das Haus am Kellerplatz. Allein der Blick auf die historischen Steinkeller der Purbacher Kellergasse ist eine Reise wert, erst recht ein Bummel durch die Gasse. In der schmucken Vinothek stehen mehr als 350 Weine der Leithaberg-Winzer zum Verkauf. 64 Weine von 64 Winzern können probiert werden. Die Weinspende-Automaten sorgen dafür, dass die Weine (meist) perfekt temperiert sind und für kleines Geld probiert werden können. Eine kundige und engagierte Beratung gib’s gratis dazu. So kann sich das Tasting schon mal hinziehen… Als knapp die Hälfte der Auswahl geschafft war musste aber Schluss sein. Meine Highlights ohne Rang- und Reihenfolge: Der fein mineralische Chardonnay Felsenstein 2020 von Birgit Braunstein. Die knackige weiße Cuvée Kalk & Schiefer 2021 von Anita und Hans Nittnaus. Der elegante Pinot Blanc Seeberg 2020 von Prieler.  Schließlich Markus Altenburgers Weiss 2021, eine „Promenadenmischung“ aus sechs verschiedenen Rebsorten, zur Hälfte auf der Maische und zur Hälfte im Beton-Ei vergoren.  Unbedingt erwähnt werden muss noch die St. Georgener Rebe, die als Muttersorte des Grünen Veltliners gilt. Es gibt einen Verein, der die Sorte bis zur offiziellen Zulassung fördert. Der probierte  2020er St. Georgener, ausgebaut von Hans Moser, war sehr spannend. Die Rebe verdient Beachtung!  

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