Blog, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Italien, Land, Neuseeland, Österreich, Rotwein, Schweiz, Tasting, Wein
Kommentare 1

Blindverkostung Pinot Noir

Wieder eine spannende Vergleichsverkostung: Zehn Pinot Noir (Spätburgunder) aus acht Ländern, blind verkostet und gepunktet. Die Vorgaben: Die Weine durften 10 bis 20 Euro kosten, sie wurden alle 2 Stunden vor dem Tasting entkorkt (drei hatten Schraubverschluss) und hatten beim Probieren die gleiche Temperatur (18 Grad), bei der Reihenfolge galt das Zufallsprinzip. „Blind” bedeutet, dass die sieben Tester nicht wussten, welcher Wein im Glas war. Wie schon beim Sauvignon-Blanc-Tasting war damit größtmögliche Fairness und Bewerten ohne Vorurteile gewährleistet. Wie das Blindverkostungen häufig der Fall ist, gab es ein höchst überraschendes Ergebnis: Chile „triumphierte“ vor Neuseeland und der Schweiz.

Erkenntnisse

Alle verkosteten Weine bewegten sich auf einem gutem bis sehr gutem Niveau, die Unterschiede zwischen Rang zwei und neun  waren minimal. Allerdings gab es an der Spitze und am Ende des Feldes recht eindeutige Voten: Fünf der sieben Tester bewerteten den Siegerwein am höchsten, in sechs Fällen war der Letztplatzierte auch das persönliche Schlusslicht. Das war ausgerechnet ein Wein aus dem Burgund, wo die besten Pinot Noir herkommen.

Jeder der getesteten Pinot Noir war mit den sortentypischen Aromen als solcher auch zu erkennen, was nicht immer die Regel ist. Gewissermaßen als Probe und „U-Boot“ wurde ein Rioja Crianza zwischengeschmuggelt – der wurde von allen Teilnehmern sofort erkannt.

Erfreulich, dass bei den Weinen, die im Barrique gereift sind, mit dem Holz sehr gekonnt gearbeitet wurde.  In keinem Fall war das Holz zu wuchtig oder gar störend. Das war früher auch mal anders.

Die jüngeren Jahrgänge schnitten besser ab als die älteren. Durchaus überraschend, denn gerade die Weine aus Baden und Südtirol präsentierten sich durch die Barrique-Reife durchaus kraftvoll mit einem schönen Körper. Lag es am Geschmack der Runde? Der „Graf Weingartl“ aus  Österreich, ein Top-Wein und in dem Blog schon hochgelobt, war als 2008er zwar noch mit Vergnügen trinkbar, aber doch schon leicht über dem Zenit. Hier wäre das Abschneiden eine jüngeren Jahrgangs spannend gewesen.

Das Ranking

Hier nun das Ranking der Verkostung im Durchschnitt aller Teilnehmer. Gewertet wurde im 20-er Punktesystem nach Johnson. In Klammern die Platzierung des Weinbeobachters.

1. (2.) Pinot Noir Chocalan 2012 – Vina Chocalan, Maipo/Chile
2. (1.) Pinot Noir Waimea 2012 – Waimea Estates, Nelson/Neuseeland
3. (3.) Pinot Noir Balavaud 2012 – Jean-Rene Germannier, Valais/Schweiz
4. (7.) Pinot Nero Grifo Nero 2008 – Az. Agr. Russolo, Friaul/Italien
5. (5.) Pinot Noir Miolo 2012 – Vinicola Miolo, Brasilien
6. (4.) Blauburgunder Reserva 2008 – Josef Niedermayer, Südtirol/Italien
7. ( 7.) Pinot Noir Urbanus 2009 – Weingut Clauß, Baden/Deutschland
8. (9.) Spätburgunder 2011 – Weingut Wölbling, Saale-Unstrut/Deutschland
9. (6.) Pinot Noir Graf Weingartl 2008 – Heinrich Hartl, Thermenregion/Österreich
10. (10.) Hautes-Côtes de Nuits Le Prieure 2009 – Nuiton Beaunoy, Burgund/Frankreich

TeilenShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone

1 Kommentare

  1. Oh das ist eine interessante Wein Liste! Hätte mir nicht gedacht, dass der Schweizer Wein so gut abschneidet. Ich bin bei Rotwein immer lieber in Frankreich oder Italien unterwegs, möchte jetzt aber mehr probieren und habe mir jetzt ein paar spanische Weine online bestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.