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Mallorca – mehr als Ballermann und Promis

Mallorca WeingartenKurztrip nach Mallorca, da ist natürlich Gelegenheit zu Weinbeobachtungen. In reichlich drei Tagen ist eine korrekte und faire Beurteilung freilich nicht möglich. Für Informationen und diverse Eindrücke reicht die Zeit allemal. Auf jeden Fall hat „Malle“ mehr als Ballermann und Promi-Auflauf zu bieten – nämlich hochinteressanten Wein. Hier in Kurzform einige Beobachtungen:

Einige Fakten: Im 19. Jahrhundert war der Weinbau ein bedeutender Wirtschaftszweig auf der Insel – 30 000 Hektar Rebfläche. Aktuell sind rund 1800 Hektar übrig geblieben, die Reblaus und der Massentourismus waren die Gründe für den Rückgang.  Mit dem Massentourismus kam die Massenproduktion, erst seit 10, 15 Jahren ist ein klarer Qualitätsschub zu registrieren, junge Winzer haben viel Schwung gebracht. Aktuell sind 49 Bodegas bekannt, aber die Szene ist stark in Bewegung.

Es gib derzeit zwei D.O.-Bereiche: Die DO Binissalem (seit 1990/700 Hektar/150 Winzer/13 Bodegas) und die DO Pla l Llevant (seit 1999/270 Hektar/100 Winzer/13 Bodegas). Seit 2002 gibt es die untergeordnete Kategorie Vi de la Serra Tramuntana – Costal Nord, für die Weine vom Norden der Insel. Weine mit der Bezeichnung Vi de la Terra Mallorca umfasst praktisch Rebflächen der gesamte Insel.

Landwein: Stark in Mode sind Spitzenweine diverser Erzeuger in den unteren Kategorien „Vino de la Terra“ (Landwein) oder gar „Vino de Mesa“ (Tafelwein)  – sie wollen sich einfach keinen Regeln unterwerfen. Ein „Vino de la Terra“  auf Mallorca kann also eine furchtbare Plärre, genau so gut ein Spitzentropfen sein, der richtig Geld kostet.

 

Entdeckungen machen Spaß, Garantien gibt es nicht: Echte Reinfälle waren dabei. Zum Beispiel der Weißwein Alba Flor Blanco 2011 von Vins Nadal (DO Binissalem) – nichtssagend, wässrig, ohne Frucht und Säure, 20 Euro im Restaurant. Aber auch spannende und charismatische Tropfen, wie der Rotwein „Randemar“ von Tianna Negre (DO Binissalem), ein Cuveé auf Mante-Negro-Basis, 8 Euro im Laden. Ein echter Volltreffer war der Rosada (Rosé) Binigrau (Vi de la Terra Mallorca) – nicht anbiedernd, keine Erd- oder Himbeer-Aromen, dafür leicht und geschmackvoll zugleich, Klasse zu Fisch, die 14,5 % niemals spürbar.

Wieder überzeugen die Autochthonen: Neben den internationalen Sorten (Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Chardonnay) und dem Über-Spanier Tempranillo werden auf der Insel alteingesessene Rebsorten gepflegt und zu neuer Blüte gebracht. Allen voran der rote Mante Negro. Aber auch die roten Sorten Callte oder Fogoneu sowie die weißen Sorten Moll, Parellada oder Pensa Blanc sind Entdeckungen wert.

Die in diversen Magazinen erwähnten Winzer enttäuschen nicht: Macia Batle und Miguel Oliver scheinen die Platzhirsche vor Ort, ihre Weine haben durchgängig gutes bis sehr gutes Niveau. Positiv aufgefallen sind auch Pede Seda, AN Negra oder  Bodegues Ribas. Toni  Gelabert und Jaume Mesquida sind die Star-Winzer, die schon mal 25 bis 30 Euro pro Flasche aufrufen. Auf jeden Fall allseits hochgelobt. Das schreit nach einem Besuch beim nächsten Besuch.

Auch positiv: Die meisten Supermärkte auf der Insel haben ein vernünftiges Sortiment Mallorca-Weine von verschiedenen Winzern im Angebot. Ideal für den ersten Eindruck und zum Vergleich.

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