Die deutsche Weinernte 2026 fällt offenbar besser aus als zunächst befürchtet. Nach der finalen Schätzung des Deutschen Weininstituts (DWI) wurden bundesweit voraussichtlich 7,7 Millionen Hektoliter Weinmost eingebracht. Das entspricht ziemlich genau der Menge des Vorjahres. Gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre steht allerdings ein Minus von zehn Prozent zu Buche.

Die Trockenheit hat sich regional sehr unterschiedlich ausgewirkt. Entscheidend waren nicht zuletzt die Niederschlagsverteilung und die Fähigkeit der Böden, Wasser zu speichern. Während einige Anbaugebiete vergleichsweise glimpflich davonkamen, müssen andere deutlich kleinere Ernten verkraften.

Pfalz legt zu, Rheinhessen stabil

In den beiden größten deutschen Weinbaugebieten zeigt sich die Erntebilanz erfreulich robust. Rheinhessen rechnet mit rund 2,3 Millionen Hektolitern und liegt damit auf Vorjahresniveau. In der Pfalz werden etwa 2,1 Millionen Hektoliter erwartet – zwölf Prozent mehr als 2025. Dennoch bleiben beide Gebiete unter ihrem langjährigen Durchschnitt: in Rheinhessen um acht, in der Pfalz um fünf Prozent.

Auch Baden, Deutschlands drittgrößtes Anbaugebiet, verzeichnet ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Rund eine Million Hektoliter entsprechen einem Zuwachs von drei Prozent. Verglichen mit dem Zehnjahresmittel fehlen allerdings zwölf Prozent.

An der Nahe, im Rheingau und an der Hessischen Bergstraße werden sogar zweistellige Zuwächse gegenüber 2025 erwartet.

Mosel und Franken mit kleinen Ernten

Weniger erfreulich fällt die Bilanz an der Mosel aus. Dort rechnen die Winzerinnen und Winzer mit lediglich 610.000 Hektolitern – einer der kleinsten Ernten der vergangenen Jahre.

Auch Franken muss mit deutlich weniger Weinmost auskommen. Die Schätzung liegt bei rund 326.000 Hektolitern. Das wären nicht nur weniger als im Vorjahr, sondern auch 20 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

In Sachsen und Saale-Unstrut fällt der Rückgang gegenüber 2025 ebenfalls deutlich aus. Allerdings war die Ernte im vergangenen Jahr überdurchschnittlich groß. Die Qualität des Leseguts stimmt dennoch. Winzer Roland Bähler berichtet von außergewöhnlich gesunden Trauben, praktisch ohne Fäulnis, und vergleichsweise hohen Mostgewichten: „Insofern können wir zufrieden sein.“ Damit spricht er für viele seiner Kollegen.

Gute Aussichten für den Jahrgang 2026

Bei der Qualität sind sich die 13 deutschen Anbaugebiete laut DWI einig: Die Aussichten sind sehr gut. Die Trauben waren außergewöhnlich reif und befanden sich in einem erstklassigen Gesundheitszustand.

Damit dürfen sich Weinfreunde auf einen aromatischen Jahrgang freuen – mit fruchtbetonten Weißweinen, konzentrierten Rotweinen und hochwertigen edelsüßen Spezialitäten.

Die Menge bleibt also überschaubar, die Qualität verspricht Großes. Ob der Jahrgang 2026 dieses Versprechen einlösen kann, wird sich zeigen, wenn die Weine im Glas sind. Die Voraussetzungen dafür scheinen jedenfalls gut.


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