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Südafrika-Entdeckungen

Seit der so spannenden und ereignisreichen Südafrika-„Expedition“ im vorigen Jahr und der folgenden Verkostung daheim erfreuen sich die Weine vom Kap unter besonderer Beobachtung. Auffällig nach der Rückkehr damals war, dass es trotz großen Angebotes die Weine in Europa zum Teil vielfach teurer sind als vor Ort und einige in Südafrika entdeckte schöne Tropfen gar nicht zu bekommen sind. Doch die Online-Welt ist eine große, habe auf www.vineshop24.de  südafrikanische Weine entdeckt, die a) nicht in jedem Supermarkt stehen und b) durch passable, weil günstige Preise auffallen. Also wurden für ein kleines Südafrika-Tasting drei noch nicht bekannte Weingüter ausgesucht und des Vergleichs wegen klassische Rebsorten geordert. Preislich wollten wir unter 10 Euro pro Flasche bleiben, was bei guten Südafrikanern nicht selbstverständlich ist
Die Weine wurde in einer Sechser-Runde getestet und – passiert selten genug – dabei gingen die Meinungen nur selten auseinander. Vor allem bei den Kernfragen: Ist typisch Südafrika im Glas? Stimmt das Preis-Leistungsverhältnis? Verdienen die Weingüter das Prädikat Entdeckungen? Die Antworten kurz und knapp: dreimal Ja.

The Fishwives Club (Buitenverwachting)

The Fishwives Club Chardonnay 2015 
Schon das Etikett hat was, der Wein aber auch. Klassich buttrig,  exotische Aromen, tropische Früchte, Mango, Ananas, erinnert leicht an Sauvignon Blanc. O-Töne beim Tasting: „Volltreffer, würde ich sofort kaufen“ „Ich nicht, da nehm’ lieber gleich Sauvignon.“ Schön knackig, unkompliziert, passt. Perfekt zum Essen, eine Hochzeit mit einem wirklich großartigen Perlhuhn aus dem Backofen (danke Alex!).

The Fishwives Club  Sauvignon Blanc 2014
Vom gleichen Weingut der Sauvignon, und auch der enttäuscht nicht. Auch schön frisch, knackig, unkompliziert, Kategorie easy drinking. In der Nase eher vegetal, Tomatengrün?, Kräuter?, im Geschmack dann aber klassisch Sauvignon Blanc, also tropische Früchte, Ananas, Minze, schön  trocken, schöner Körper. Interessant wieder die Tisch-Debatte. „So muss ein Sauvignon vom Kap schmecken.“ „Zu mächtig, der Chardonnay is mein Ding.“

Perdeberg Winery

Dry Land Collection – Barrel Fermented Chenin Blanc 2014
IMG_1780Weingut Perdeberg (2000 Hektar) liegt in der Region Agter-Paarl, Wein wird schon seit 1942 produziert. Ein Großteil der Reben gedeiht ohne Erziehung und ohne Bewässerung, klassisch Bushwine. Der Chenin Blanc ist ein Volltreffer,im kleinen Eichenfass ausgebaut, das merkt man. Ansonsten geradezu opulent; Birnen, Honig, Marzipan, Butter, viel Power. Feines Preis-Leistungsverhältnis: Kostete 8,95€, schmeckt nach viel mehr.

Dry Land Collection – Joseph’s Legacy 2012
IMG_1780 KopieEine rote Cuvée: Shiraz, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot, Mourvedre. Tolle Nase, erdig, fruchtig. Was wird nicht alles entdeckt: Tabak, Sauerkirsche, Pfeffer, Wacholder, Kirche, Pflaume, Vanille, Gewürznelken, Leder. Ein intensiver, toller Wein, der auch nach mehr als 8,95€ schmeckt. Der Wein scheint extrem kommunikativ, beflügelt die Fantasien gewaltig. „Im Wunderland“ wähnte sich einer, „Ich muss an alte Kirchenfenster denken“, wirft ein anderer ein.

Windmeul Kelder

Windmeul Kelder – Pinotage 2014
IMG_1781Windmeul Kelder liegt in Paarl, ist eine Genossenschaft und mit 1700 Hektar Reibfläche keine kleine. Der  Pinotage, die klassische rote Rebsorte Südafrikas, erlebte in den letzten Jahrzehnten eine fortwährendes Auf und Ab. Im konkreten Fall sehen wir ein Auf. Gereift ist der Pinotage im Barrique in zweiter und dritter Belegung. Verkostungsnotizen:  Dunkelrot, würzig, schöne Säure, Pflaumen, Sauerampfer, überreife, matschige Banane, mittlerem Körper.  Daumen hoch.

Windmeul Kelder – Shiraz 2013
IMG_1781 KopieKein Südafrika-Tasting ohne Shiraz. Der von Windmeul Kelder ist 12 Monate in Eichenholzfässern zweiter und dritter Füllung gereift und bringt stolze 15% Alkohol auf die Waage. Schmeckt schon reif, fast weich. Notizen: Walnuss, Resttanine, Nelken, Schale schwarzer Johannisbeeren, ewig lange Präsenz, ein kleiner Blockbuster. Okay, wir haben in Südafrika eindrucksvollere Shiraz probiert, aber für weniger als 10 Euro ist der von Kelder natürlich ein Angebot.

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