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Wein-Gespräch: Dörte Näkel

Foto: Armin Kühne

Dörte Näkel ist die Tochter des renommierten Spätburgunder-Spezialisten Werner Näkel vom Weingut Meyer-Näkel (15 Hektar) an der Ahr. Sie wollte immer Winzerin werden, ist 2008 nach Winzerausbildung und Weinbaustudium in Geisenheim gemeinsam mit Schwester Meike in den elterlichen Betrieb eingestiegen.

Warum Wein und nicht Bier zum Beispiel?
Man kann beides. Mein Vater sagt immer: Zu der besten Weinprobe gehört das Bier danach. Gegen den Durst darf es auch gerne eiskaltes Bier sein. Wein hat aber den Vorteil, dass es zum Essen passt. Es gibt so viele Möglichkeiten, Wein ist so vielschichtig, da kann man immer aufs Essen zuarbeiten, dass es schön passt.

Was ist Ihr Wein im Alltag?
Immer der, der schmeckt, vom Preis her in Ordnung und unkompliziert ist. Es sollte etwas sein, das zu allem passt. Bei uns ist es zum Beispiel der ,Us de la meng’,  ein rotes Cuvée, den ich den Kunden zur Brotzeit oder wenn man grillt empfehle. Der ist unkompliziert, passt zu vielen Gerichten, einfach und trotzdem gut.

Ihr Lieblingswein?
Wenn ich sagen würde nur Spätburgunder, wäre das gelogen. Es ist situationsabhängig. An einem schönen, warmen Sommertag ist ein spritziger Riesling was Schönes. Aber mein Herz schlägt schon für den Spätburgunder.

Und was mögen Sie aus der großen weiten Weinwelt am liebsten?
Schwer zu beantworten, weil es ja so viele tolle Sachen gibt. Ich liebe die Rieslinge, die Nahe ist eines meiner liebsten Gebiete. Herr Pawis hat mich überzeugt, dass es an Saale-Unstrut auch tolle Riesling gibt. Das ist einfach eine tolle Vielfalt. Das ist ja das spannende in Deutschland, dass es diese enorme Vielfalt gibt. Dass ein Pfälzer Spätburgunder eben ganz anders ist als unser Ahr-Spätburgunder. Nicht besser oder schlechter, sondern einfach anders. Das ist spannend.

Die ewige Diskussion: Kork-, Glas- oder Schraub-Verschluss?
Bei uns Kork. Ich habe überhaupt nichts gegen Schraubverschluss. Für einfache Sommerweine und alles, was schnell getrunken werden muss, finde ich das die beste Lösung. Aber für einen Burgunder, der reifen soll, finde ich Kork die beste Lösung.

Haben Sie eine Art Wein-Philosophie?
Jein. Das Ahrtal ist klein, sehr spezifisch. Wir haben elegante, mineralische Burgunder. Das ist der Stil, den wir beibehalten und ausprägen wollen. Also unsere Spätburgunder sollen mineralisch elegant sein, schöne Frucht haben, sie sollen nicht überhitzt und nicht zu fett sein, auch nicht zu schwer. Das ist das, was wir anstreben. Vielleicht ist das die Philosophie.

Gibt es den idealen Wein?
Der ideale Wein ist der, der zu dem jeweiligen Moment ganz genau passt.

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