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Winzer Uwe Lützkendorf verstorben

Nachdem vor knapp anderthalb Jahren Winzer Udo Lützkendorf gestorben war, Gründer und Patron des Weinguts Lützkendorf in Bad Kösen, trägt das VDP-Gut in Saale-Unstrut erneut Trauer. Im April 2022 ist Uwe Lützkendorf, der das 10-Hektar-Gut nach dem Tod seines Vaters allein führte, verstorben. Ein Nachruf, der in Teilen so im Naumburger Tageblatt erschienen war.  

Prall gefüllt mit Wissen

Meistens ruhte Uwe Lützkendorf tiefenentspannt lächelnd in sich. Aber wenn man ihm die richtigen Fragen stellte, dann kam er so richtig ins Erzählen – nicht ins Plaudern. Ins inhaltsschwere und dennoch leichtfüßige Vermitteln von Wissen – ohne zu dozieren.  Er war prall gefüllt mit Wissen. Über die regionale Geschichte, historische Weinbergslagen und die Böden, deren Zusammensetzung und daraus resultierende Folgen für Reben, Trauben. Vor allem natürlich für die Weine.
Und so waren auch seine Weine. Keine vorlauten Schnellsprudler, dafür Geschichtenerzähler. Geschichten vom Weinjahr und von der Arbeit des Winzers im Weinberg, wo Uwe Lützkendorf vom reichen Erfahrungsschatz seiner Familie zehren und profitieren konnte. Vor allem von dem seines Vaters Udo. So bekamen die Weine des Hauses auch stets Zeit, die sie oft auch brauchten und meist nutzten, mit den Jahren noch besser zu werden.

Erstes ostdeutsches VDP-Mitglied

Das Weingut Lützkendorf war das erste des Gebietes im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) und gehörte zu den Beförderern des ostdeutschen VDP-Verbandes. Er war Gründungsmitglied im Verein Breitengrad 51, von dem er sich jedoch bald wieder zurückzog. Uwe Lützkendorf  engagierte sich auch lange im Weinbauverband Saale-Unstrut. Lützkendorf-Weine haben einen sehr guten Ruf in ganz Deutschland, stehen in zahlreichen Spitzenrestaurants auf den Karten.

Zuletzt harte Jahre

Die letzten Jahre waren freilich hart für ihn und die Familie. Uwe hatte sich gerade einigermaßen vom viel zu frühen Tod seiner Frau erholt, da verlor er im Dezember 2020 auch den prägenden Vater Udo. Uwe Lützkendorf wurde nur 58 Jahre alt. Er wird fehlen.

Foto: Torsten Biel

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