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Wein-Gespräch: Gunther Emmerlich

Der Sänger und Entertainer Gunther Emmerlich, Jahrgang 1944,  ist seit zehn Jahren Weinbotschafter von Saale und Unstrut. Regelmäßig besucht er neben den Veranstaltungen in der Region und auch die örtlichen Winzer, erst letzte Woche wieder,  um sich von den Weinen selbst ein Bild zu machen, die er bei seinen Auftritten in ganz Deutschland repräsentiert.

Wie wird man eigentlich Weinbotschafter?
Indem der Weinbaupräsident diese, wie ich immer noch finde, großartige Idee hatte, mich anzusprechen.

Wie kam es dazu? 
Den ersten Kontakt gab es 2006, als die deutsche Weinkönigin in Dresden gewählt wurde. Da haben wir zum ersten Mal intensiv darüber gesprochen. Herr Boy (Weinbaupräsident Saale-Unstrut) und ich wir kannten uns, da ich in der Gegend fürs Fernsehen schon einige  Sendungen moderiert hatte.  Nach unserem Gespräch begann dann das konkrete Procedere, viele mussten ja noch zustimmen. Und 2008 bin ich dann zum Botschafter ernannt worden.

Welche Pflichten bringt das Amt mit sich, außer den Wein trinken?
Ich muss den Wein der Gegend loben, wo ich gehe und stehe auf der Welt.  Was mir sehr leicht fällt. Manchmal muss ich auch Leuten, die es nötig haben, reinen Wein einschenken. Und da habe ich auch immer welchen von Saale und Unstrut dabei.

Als Sachse werben Sie für Saale-Unstrut-Wein…
Was heißt Sachse, ich bin in Eisenberg geboren, Thüringen! Die Weinberge liegen quasi vor der Tür, bis Freyburg an der Unstrut sind es gerade mal 30 Kilometer. Ich hab es mal so formuliert: Wenn in Eisenberg eine Semperoper gestanden hätte, wäre ich in Eisenberg geblieben. Dem war aber nicht so. Demzufolge bin ich nach Dresden gegangen.

Hatten Sie vor Ihrer Botschafter-Berufung schon Affinität zum Wein?
Ja natürlich.  Saale-Unstrut-Wein war der erste Wein, den ich überhaupt getrunken habe. Ich bin als Kind schon mit dem Fahrrad Richtung Freyburg gefahren, als Jugendlicher erst recht. Ich habe hier als 17, 18-Jähriger Tanzmusik gemacht mit verschiedenen Bands. Ich kenne die Gegend zu hundert Prozent, das gehört zu meiner Heimat.

Was entkorken Sie am Abend am liebsten?
Jeden Abend kann ich sicherlich nicht entkorken,  weil ich halt gelegentlich auch noch auf der Bühne stehe.

Aber nach den Konzert…
Ich bin ein Freund des erdigen, klaren Weines dieser Gegend. Was die Traube anbelangt bin ich nicht so festgelegt. Ich probiere viel. Aber es kulminiert sich heraus, dass mir der Weißburgunder und der Silvaner die bekömmlichsten, frischesten und ehrlichsten sind. Auch die, wo man am nächsten Tag gar nichts merkt. Ein Traminer ist auch nicht zu verachten. Der meiste Fortschritt, das kann ich auch beurteilen aus der Zeit, in der ich noch kein Weinbotschafter war, ist beim Rotwein zu verzeichnen. Das war früher wirklich bestenfalls für die Rinderrouladen geeignet. Da hat sich enorm viel getan.

Trinken Sie ausschließlich Saale-Unstrut oder dürfen Sie auch  fremdgehen?
Ich gehe auch manchmal fremd, das will ich nicht verhehlen. Aber wenn ich Besuch habe, werden Weine von Saale und Unstrut probiert. Es ist dann immer das gleiche: Wenn die Leute den Wein noch nicht kennen, sind sie sofort überzeugt. Ich kann slo Freunden, die zu mir kommen, mit Saale-Unstrut-Weinen definitiv mehr Freude machen als mit irgendeinem Chilenen oder Südafrikaner. Weil es authentischer ist. Was nicht heißt, dass ich gelegentlich schon mal einen Primitivo trinke. Wenn ich beim Italiener sitze, würde ich sogar ganz konkret einen Primitivo verlangen.

Sie sind ein Freund von Wortspielen, was ist ihr Lieblings-Weinspruch?
Mein Lieblingstrinkspruch seit geraumer Zeit hat mit der Güte des Weines nichts zu tun, ich finde ihn aber witzig: Die Gams erwacht im fremden Forst und lag in einem Adlerhorst. Sie schaut sich um und spricht betroffen: Mein lieber Schwan, war ich besoffen.

Foto: Gebietsweinwerbung Saale-Unstrut

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