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Schach-Weine

Magnus Carlsen ist gerade Schach-Weltmeister geworden und schon sind „Schach-Weine“ auf dem Markt. Zufall. Angesichts Millionen (Milliarden?) Schach spielender Menschen wundert es, dass noch niemand früher auf die Idee gekommen ist. Und nein, der Wein kommt nicht wie Weltmeister Carlsen aus Norwegen.

Weißer Turm und weißes Pferd

Sondern aus Italien. Der italienische Önologe Franco Bernabei und sein deutscher Partner, Weinhändler und Italien-Importeur Rolf Freund sind es und haben in einem gemeinsamen Projekt zwei „Schach-Weine“ mit dem Label Castello Toscano kreiert: Den 2014er Toscana Rosso – eine Cuvée aus Sangiovese und Merlot – ziert auf dem Etikett ein weißer Turm des Schachspiels. Und den 2014er Chianti –  hundert Prozent Sangiovese – ein weißes Pferd. Geschenketauglich sind die Weine in einer Box mit Schachspiel plus Schokolade erhältlich.

„Ein erfahrener Weinmacher erkennt die Größe und das Potenzial in einem Wein, betrachtet geduldig aber sehr wachsam dessen Veränderungen, er sieht Entwicklungen voraus und setzt im richtigen Moment kleine Schritte, die Großes bewirken. Weinmachen und Schachspielen weisen viele Parallen auf“, heißt es etwas blumig in der Eigenwerbung.

Rosso und Chianti

Dennoch, nette Idee, das mit den Schach-Weinen, auch optisch gut gemacht. Was aber taugen die Schach-Weine?

Der Rosso, mit dem weißen Turm auf dem Etikett: Die „Macht“ des Sangiovese (85 Prozent) gegenüber dem Merlot (15 Prozent) merkt man. Sechs Monate lag er in Barrique-Fässern, das wiederum merkt man kaum. Der Rosso präsentiert sich feinwürzig, geschmeidig und weich (Merlot!), im Geschmack klassisch nach roten Beeren. Stiehlt so manchem Chianti die Schau, macht Spaß.

Der Chianti, mit dem weißen Pferd auf dem Etikett: Ganz klassisch Sangiovese, in der Nase und im Geschmack. Schöner Körper, beerig, saftig, gekonnt ausbalanciert. Wer vorführen will, wie ein Chianti ohne Schnickschnack, Schnörkel und Extras zu schmecken hat, nehme diesen.

Zwei Flaschen in der Box der Schach-Weine machen übrigens Sinn. Den noch vor dem Ende der Schach-Partie ist die erste Flasche ausgetrunken.

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