Blog, Italien, Land, Neuseeland, Uncategorized, Wein, Weißwein
Schreibe einen Kommentar

Sauvignon-Blanc-Experiment

War das eine spannende Geschichte: Knackiger Test von 5 Sauvignon Blancs  mit ganz und gar unterschiedliche Biografie. Da sind zwei 2013er aus Neuseeland/Marlborough von renommierten Gütern: Lawson’s Dry Hills sowie Nautilus, beide im 15-Euro-Bereich. Dann ein 2014er Marlborough, laut Etikett abgefüllt in Deutschland (Andreas Oster, Cochem), gibt’s bei Aldi Nord für smarte 4,99 Euro. Aus einer Haushaltauflösung stammt ein Sauvignon Blanc Marlborough Montana von 2001 (!). Schließlich, als „U-Boot“ sozusagen, ein 2013er Sauvignon Blanc aus dem Collio Friaul in Italien, den führt Jaques‘ Wein-Depot für 10,30 Euro .

Die Fragen

Die vierköpfige Weinbeobachter-Crew wollte herausfinden:
1 Unterscheiden sich die Weine von Lawson’s Dry Hills und Nautilus von dem Aldi-Sauvignon?
2 Ist ein 14 Jahre alter Sauvignon Blanc aus Neuseeland überhaupt noch genießbar?
3 Wie präsentiert sich der Italiener stilistisch im Vergleich zu den Neuseeländern? Fäll er auf?
Natürlich wurde blind verkostet.

Die Antworten

1 Der Aldi-Sauvignon wirkte im ersten Moment frisch und lebendig, baute aber schnell ab. Die von Nautilus und Lawson’s Dry Hills präsentierten sich sortentypischer, mit den klassischen Aromen tropischer Früchte, beide zeigten nach einigen Minuten im Glas genau den Charakter, den Fans von Sauvignon auf der Neuen Welt so lieben. Gerne immer wieder!
2 Der Sauvignon von 2001 war überraschenderweise nicht verdorben und irgendwie noch genießbar – aber nicht mehr mit Freude. Natürlich wurde er in der Blinverkostung von allen sofort identifiziert. Einen dritten Schluck wollte niemand mehr trinken. Zur Ehrenrettung: Auf dem Etikett steht der Hinweis, dass der Wein innerhalb von 2-4 Jahren getrunken werden soll.
3 Der Tiare aus dem Friaul erinnerte stilistisch an die Neuseeländer, auch hier exotische Früchte und die sortentypische Nase. Im Vergleich zu den Premium-Neuseeländern fehlte vielleicht etwas Charisma, trotzdem ein guter Tipp.

Die Weine mit den Verkostungsnotizen

NautilusSauvignon Blanc Nautilus Estate 2013
Neuseeland/Marlborough 13,5% Alc. – schönes gelb, rauchig in der Nase, als Sauvignon leicht erkennbar, intensive Aromatik, Passionsfrucht, Melone, Grapefruit, Mandarinen, alles dabei, entwickelt sich im Glas prächtig

Lawson's Dry HillsSauvignon Blanc Lawson’s Dry Hills 2013
Neuseeland/Marlborough 13,3% Alc.  – fast würzig, buttrig, erinnert etwas an Chardonnay, auch reichlich aromatisch, Zitrus, tropische Früchte ja, aber weniger intensiv als beim Nautilus, dafür eine leichte blumige Note,  Assoziationen zu Rosenwasser

TiareSauvignon Blanc Tiare 2013
Agricola di Snidarcig Roberto, Italien/Friaul 13,5% Alc. – intensiv in der Nase, auch die typischen Aromen  exotischer Früchte, Grapefruit Ananas etwa,schöner Körper, schöne Harmonie, leicht trinkbar , Charisma fehlt, entwickelt sich  auch besser

AldiSauvignon Blanc 2014
Neuseeland/Marlborough Abfüller Andreas Oster/Cochem 12,0% Alc. – sehr blass in der Farbe, typische Sauvignon-Nase, nicht zu wuchtig, Zitrus- Orangenschale, Pampelmuse, mehr Frucht als Gras, frisch, ausgewogen, wird in der Zweitverkostung flacher, verliert aber den Vergleich mit Nautilus und Lawson’s Dry Hills

2001Sauvignon Blanc Montana 2001
Neuseeland/Marlborough 12,5% Alc. – dunkles orange, riecht alt, Honigtöne, noch nicht verdorben, aber keine Sorte mehr erkennbar, keine Frucht mehr da, einfach nur alt

TeilenShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.