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Klassiker und Star: Grüner Veltliner

Was den Deutschen der Riesling, ist den Österreichern der Grüne Veltliner. Zwar nimmt die Anbaufläche (aktuell über 13000 Hektar) stetig ab, dennoch dominiert der Grüne Veltliner die Weinbaufläche der Alpen- und Weinrepublik. Da hoffen wir mal, dass das so bleibt. Denn der Grüne Veltliner ist ein Star, ein Mulitalent. Er kann leicht und frisch, kraftvoll und körperreich sein, ist zuverlässiger Begleiter für Speisen, geeignet für die Terrasse und am Kamin, schafft das Spektrum vom leichten Einsteiger bis zur Beerenauslese, kann schmeichelnd oder kämpferisch daherkommen. Grüner Veltliner kann irgendwie alles. Und er ist nicht verwandt mit dem Roten Veltliner!

Aromen des Grünen Veltliner. Foto: ÖWM/Faber

Aromen des Grünen Veltliner. Foto: ÖWM/Faber

Wie im Aschenputtel-Märchen

Seine Story klingt wie Aschenputtel. Aus einem billigen, regionalen Schankwein ist in den letztren 20 Jahren ein auch international gefeierter Wein geworden. Genau so läuft die Karriere eines Stars. Habe schönes Zitat gefunden. Gregory Dal Piaz, Redakteur der Weinplattform „Snooth“, kommentierte die Karriere des Grünen Veltliners so: „It’s an timeless classic that stood still an searchlight of fashion over ist.“ (Ein zeitloser Klassiker, der ausharrte, als die Moden der Zeit über ihn hinwegzogen).

Spannender Workshop

Ein Workshop zum Thema Grüner Veltliner war eine spannende Reise in der Welt des Stars. Zum Beispiel was den Einfluss der Böden betrifft.  Erstaunlich die Unterschiede  zwischen auf Lehm-Löß gewachsenen Veltlinern aus dem Weinviertel zu denen  aus dem Kampal (Schiefer) oder vom Wiener Nussberg (Kalkstein). Eine Rebsorte, ein Ausbaustil, aber Weine von so unterschiedlichem Charakter. Schöner Satz von Sommelier Gerhard Elze: „Eine Rebsorte kann überall angebaut werden, aber die Herkunft ist unaustauschbar.“

Extremer Orange-Wein

So ging es weiter: Verschiedene Jahrgänge, verschiedene Stile, verschiedene Philosophien – immer schöne, manchmal auch tolle Weine. Gut und schlecht waren da keine Kriterien, Geschmackssache schon.  Denn vor allem bei den Extremen gingen die Meinungen weit auseinander. Am meisten beim 21013er Grünen Veltliner von Claus Preisinger, ein Orange-Wein, zwei Wochen auf der Maische gelegen und dann  im 600-Liter-Fass gereift, unfiltriert, ohne Schwefel ausgebaut. Der Wein präsentierte sich mit einem Sherry-Ton, erinnerte auch an vergorene Äpfel. Überaus streitbar, bekam Zustimmung und Ablehnung. Bei mir eingestuft unter interessante Erfahrung, aber nichts für den Keller.

Fazit eines spannenden und genussreichen  Workshops: Einen derartigen  Facetten-Reichtum schaffen nicht viele Rebsorten. Natürlich der Riesling , aber sonst?

Die persönlichen Favoriten

Grüner Veltliner Weisser Berg 2013, Weingut Taubenschuss, Weinviertel
Grüner Veltliner Klassik Obere Steigen 2013, Markus Huber, Traisental
Grüner Veltliner Reserve Käferberg 2013, Weingut Loimer, Kamptal
Grüner Veltliner Reserve Alte Reben 2013, Weingut Ebner-Ebenauer, Weinviertel
Grüner Veltliner Reserve Spiegel 2012, Weingut Mantlerhof, Kremstal
Grüner Veltliner Smaragd Honivogl 2012, Weingut Hirtzberger, Wachau
Grüner Veltliner Preussen 2013, Weingut Wieninger, Wien
Grüner Veltliner  2013, Weingut Sommer, Leithaberg
Grüner Veltliner Feuersbrunner Rosenberg 2012, Bernhard Ott, Wagram
Grüner Veltliner Klassik Stein 2013, Weingut Jurtschitsch, Kamptal
Grüner Veltliner Smaragd Höhereck 2013, Weingut Tegernseerhof, Wachau
Grüner Veltliner Smaragd Loibenberg 2013, Weingut Knoll, Wachau

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