Blog, Deutschland, Frankreich, Land, Österreich, Portugal, Rotwein, Süßwein, Wein, Wein und Speisen, Weißwein
Schreibe einen Kommentar

Weine für Weinnachten

Dieser Eintrag ist gegen Jahresende schon Tradition: Was wird an den bevorstehenden Feiertagen entkorkt? Gerne ist  unter Freunden auch von Weinnachten die Rede. Denn zum Fest darf es (muss es?) etwas Besonderes sein. Wieder haben die diesmal für Weinnachten ausgesuchten Weine ihre eigene kleine Geschichte.
Das sind meine Weine für Weinnachten 2020: 

Riesling Kaseler Nies’chen ‚Im Taubenberg‘ 2016, Erben von Beulwitz, Ruwer

Vor einem Jahr machte die Nachricht die Runde, dass die Winzer im Ruwertal ab 2020 auch „Ruwer“ auf ihre Etiketten drucken dürfen. Bisher firmierten die Weine der wenigen Winzer an der Ruwer unter Mosel. Ruwer – wer hat da einen guten Tipp? Ein Leipziger Unternehmer empfahl das Weingut Erben von Beulwitz. Also bestellt, probiert. Schon der Riesling Kabinett hat überzeugt, sehr konzentriert, klassisch Mosel-Style (hätte ich beinahe gesagt). Jetzt eine Etage höher: Kaseler Nies’chen ’Im Taubenberg’ Großes Gewächs 2016. Der Taubenberg ist eine Parzelle in der Lage Kaseler Nies’chen und offenbar etwas Besonderes. Auf der Homeage des Weinguts heißt es: „Schon auf der historischen Weinbaukarte von 1868 spiegelt sich dieses Wissen um die höchsten Ansprüche an die Lage. Die Lage ‚Im Taubenberg‘ wurde seinerzeit bei der Grundsteuer-Regelung mit dem höchsten Satz von 420 Silbergroschen pro Morgen bewertet.“ Verheißungsvolles also von der Ruwer – allerdings steht noch Mosel auf dem Etikett.

Grauburgunder Naumburger Göttersitz 2017, Gussek, Saale-Unstrut

Sofort bei der spannenden Reise durch die Facetten des Grauburgunders im Oktober bei André Gussek war klar: Das ist diesmal der Wein  zum Gänsebraten. Trotz mehrerer Experimente und Empfehlungen für Rotwein zum Weihnachtsessen bleibe ich stur: Ein Weißer ist perfekt. Habe tolle Erfahrungen mit Gewürztraminer gemacht, auch mit einem im Barrique gereiften Chardonnay. Nun also ein Grauburgunder, der ein Jahr im Barrique-Fass (1. bis 3. Belegung) auf der Hefe gereift ist. Viel Power, füllig und dicht, das Toasting harmonisch eingebunden. Für Liebhaber dieses Stils (nicht jeder mag das!) volle Punktzahl. „Zum Gänsebraten eine Traumhochzeit“, hab ich vor zehn Wochen notiert. Bin mir sicher, das wird es.

Chateau Grand-Puy-Lacoste 2000, Bordeaux

Bordeaux ist dieses Jahr etwas kurz gekommen. Höchste Zeit also für einen schönen reifen. Den 2000er Grand-Puy-Lacoste aus Pauillac habe ich über Jahre bei seiner Erwachsen-Werdung verfolgt.  2013 bei einer Verkostung reifer Bordeaux-Weine war dies notiert: „Nase nach Sahne-Toffee, süßlicher Touch, scheint rund und fertig, Beeren, Tabakblätter, klar ein femininer Wein, klassischer Kaminwein.“ Eine gestandene Persönlichkeit also, in der Blüte des Lebens. Jetzt die Frage: Kann da noch mehr kommen? Oder ist er schon dem Sterben geweiht? Der Kamin wird entzündet – bin mehr als gespannt.   

Biiri Blaufränkisch 2012, Hans Igler, Burgenland

2020 war Österreich-Jahr, beste Erinnerungen an eine herrliche und genussreiche Tour durchs Burgenland. Die hat meiner kleine Liebe zum Blaufränkisch neuen Schwung gegeben. Aber auch dem Thema, welches Reifepotenzial Blaufränkisch hat, neue Fragezeichen. Was wäre auf der Suche nach Antworten besser geeignet als ein acht Jahre alter Blaufränkisch von Hans Igler aus Deutschkreuz im Mittelburgenland? Hans Igler (verstorben 1994) gilt als einer der österreichischen Rotwein-Pioniere, seine Tochter und deren Ehemann würdigen sein Andenken im Namen des Weinguts weiter. Der Biiri ist das Flaggschiff und eine Legende des Weinguts, im Barrique gereift, hat mehrere Preise gewonnen. Habe ziemlich hohe Erwartungen. 

Tawny Port, 20 Year, Taylor’s, Portugal

Seit dem Besuch in Porto kein Weihnachten mehr ohne einen feinen Port! Den 20y Tawny von Taylor’s  hab ich zuletzt getrunken im September 2019 im gigantischen Keller bei Taylor’s in Vila Nova de Gaia. War sofort angetan, freilich kein Wunder bei der Umgebung. Notiert damals: Schokolade, Kakao, Zigarre, keine aufdringliche Süße, ewig lange Präsenz. Also große Vorfreude – da kann gar nichts schiefgehen. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.