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Wein-Test: Weingut Klenert

David Klenert vom Weingut Klenert im badischen Kraichtal nimmt für sich in Anspruch, ein „Klima-Winzer“ zu sein. Ob er sich nun wirklich „als erster deutscher Winzer überhaupt Gedanken gemacht hat, wie man den Boden im Weinberg verbessern kann und damit helfen kann, den weltweiten CO2-Verbrauch zu senken“ (wie es in einem Bericht heißt), sei dahingestellt. Fakt ist: Der Betrieb ist seit dem Jahrgang 2019 Ecovin-biozertifiziert und hat auch schon einige Preise gewonnen, jüngst drei Medaillen beim Internationalen Bioweinpreis 2020.

Das Weingut

Seit 2015 bewirtschaften David Klenert und seine Frau Eva 7,5 Hektar Rebfläche, von Beginn an lag der Fokus auf einer ökologischen Produktion im Weinberg. Seit 2018 beschäftigen sie sich mit der regenerativen Landwirtschaft.   Credo des Winzers: „Nur aus einem Qualitätsboden heraus kann auch ein Qualitätswein entstehen.“
Und darum geht es ja wohl zuerst: Die Qualität der Weine. „Unsere Weine stehen für Unkompliziertheit, Bodenständigkeit, Frische und Individualismus“, verspricht der Winzer.  Wir haben sechs Weine vom Weingut Klenert zu fünft verkostet. 

Rosés zum Start

Los geht’s mit einem Secco Rosé. Der spaltet schon mal gewaltig. „Schöner Sommerwein“ und „Bonbonwasser“ werden gerufen. Dann „tolle Frucht“ und „zu viel Frucht“,  und so geht es weiter. Das Urteil „Frauenversteher“ scheint aus der Zeit gefallen, aber wir sind tolerant. Konsens herrscht bei „leicht trinkbar“ und „schöne Erfrischung im Sommer“. Fünf Tester – sechs Meinungen. 

Der Rosé von 2019 ist da schon von anderem Kaliber. Der ist für einen Rosé ziemlich dunkel und ziemlich kräfig. Geschmack nach Sauerkirschen und Himbeeren wird notiert. Doch auch der Rosé spaltet die Gemeinde. Die einen finden ihn zu süßlich und etwas flach und für einen Rosé zu dunkel. Bei anderen ist er „absoluter  Favorit“  mit „sehr schöne Farbe“.

Weiße Stars

Wurden die Rosés durchaus kontrovers aufgenommen, herrscht beim Auxerrois 2019 Einmütigkeit: Klasse-Wein! David Klenert hat aus der Sorte eine Menge rausgeholt. Im Edelstahl spontan vergoren schmeichelt der Auxerrois mit seiner milden Säure dem Gaumen angenehm. Der Wein wirkt frisch und rund, hat verspielte Aromen, Kräuter und Mango werden entdeckt. Sehr feiner Vertreter seiner Rebsorte! Der heimliche Star der Verkostung. 

Es geht weiter in der Burgunder-Familie. Der Grauburgunder 2019 ist auch spontan vergoren und erfüllt alle Erwartungen.  Säure und  Restzucker sind schön balanciert, „weiße Pampelmuse“ und „klare Tendenz Grapefruit“ werden gerufen. Ein Grauburgunder mit Persönlichkeit, was im Ozean der so in Mode gekommenen Rebsorte schon was bedeutet.  

Der Weißburgunder 2019 setzt noch einen drauf. Auch der ist im Edelstahl ausgebaut und spontan vergoren. Notiert: Verspielte, feinfruchtige Nase, schöne Frucht, aber wohl dosiert. Keine Übertreibungen. Aromen von Pfirsich, Birne, rund, geschmeidig. Feiner Weißburgunder! 

Rotes Finale

Finale schließlich mit Cuvée Rot 2018. Im Spiel sind Dornfelder, Lemberger und Spätburgunder. In der Nase wirkt er kräftig, im Gaumen dann leichter.  Aromen nach Vanille  und roten Beeren werden entdeckt. Kaum Gerbstoffe, daher leicht trinkbar. Kommt in den Bewertungen gut weg – aber die Weißweine haben ihm irgendwie die Schau gestohlen. 

Fazit: Das Versprechen „Unkompliziertheit, Bodenständigkeit, Frische und Individualismus“ wird gehalten. Unbedingt zu würdigen ist noch das Preis-Leistungsverhältnis: Keiner der verkosteten Weine kostet mehr als 9 Euro. 

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