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„The Splash“ und die Balance

Splash ist englisch, übersetzt ins Deutsche: spritzen. Habe einen Wein entdeckt der heißt „The Splash“. Hä?
Große Skepsis. Bin bei den Etiketten ziemlich konservativ. Herkunft, Erzeuger, Rebsorte, Jahrgang – das muss sein. Gerne auch in mutigem Design. Aber Markennamen, die so gar keinen Hinweis auf den Inhalt zulassen? „Splash“ könnte eine Spur zu einem Sekt oder Schaumwein sein. Falsch, es ist ein Riesling.  Mosel-Riesling, Alte Reben, steht auf der Vorderseite des Labels. Auf der Rückseite ist zu erfahren, dass der Wein vom VdP-Winzer Nik Weis kommt. Klingt schon mal gut. Jahrgang? Nichts. Aber noch der Hinweis auf Fair’n Green, was Winzer Reinhard Löwenstein im Interview erläutert hat.   

Wer hinter „The Splash“ steckt

Recherche. Immerhin hat der Wein eine eigene Homepage, was nicht viele Weine von sich behaupten können. Auf der sind fünf Gründe genannt, warum es eine gute Idee ist, genau diesen Wein zu trinken. Dort ist auch zu erfahren, dass der Riesling auf mineralhaltigen Schieferboden an den Steilhängen der Mosel wächst und von Nik Weis vom St. Urbanshof in Leiwen ausgebaut wird. Und das pro Flasche 50 Cent für Wasserprojekte in bedürftigen Ländern gespendet werden. Auf der Homepage kann der Wein auch geordert werden. Die Info, dass mit diesem Riesling die Unternehmer Thiemo Dürbaum und Philipp Bongartz dem Aushängeschild des deutschen Weinbaus wieder zu altem Glanz verhelfen wollen, kommt von der PR-Abteilung des Weines. Die gibt’s wirklich. Mit dem Aushängeschild ist der Riesling gemeint. 

Warum aber „The Splash“?

Wenn etwas oder jemand für Furore sorgt und mit gewaltigem Aufschlag in der Öffentlichkeit ankommt, dann benutzt der englischsprachige Mensch dafür den Begriff ,to make a splash’“, erklären die Weinspezialisten. Dürbaum und Bongartz haben sich vorgenommen, das verstaubte Image des Rieslings wieder kräftig aufzupolieren. „Wir sind überzeugt davon, mit The Splash den richtigen Weg Richtung Riesling-Revival eingeschlagen zu haben“, sagt Thiemo Dürbaum.  Der Frankfurter Künstler Maximilian Wiedemann steuerte Entwürfe für das fluoreszierende Flaschenetikett bei. 

Wie „The Splash“ schmeckt

Auf den Punkt gebracht: Die Freunde traditioneller Mosel-Rieslinge kommen voll auf ihre Kosten. Wie haben den Wein zu dritt getrunken und bei allen ging der Daumen nach oben. Stichworte aus der Runde: „Markante Schiefer-Mineralität, feine Restsüße, zarter, angenehmer Bitterton, reifer Apfel, Zitrus, Grapefruit, konzentriert, finessenreich, eine Persönlichkeit, viel  Harmonie. Passt zum Credo von Nie Weis, das da lautet: „Balance, Balance, Balance!“. Ist bei dem Wein gelungen – was uns schließlich zu einer spontanen Foto-Session inspiriert hat. Dank ans Model!

 

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