Blog, Deutschland, Land, Wein, Weißwein
Schreibe einen Kommentar

Die ersten 2019er: Jungweinprobe macht Lust auf mehr

Die ersten Weine des 2019er Jahrgangs sind abgefüllt – was nicht unbedingt meinen Beifall findet. Doch die Jungweine, gerne „Frühchen“ genannt, finden ihr Publikum. Ein Kollege des Weinbeobachters war bei der Verkostung der ersten 2019er Weine von Saale-Unstrut dabei. Hier sein  Bericht:

Im verminten Feindesland

In diesem Jahr zog die Verkoster-Karawane der „Frühchen“ von Saale-Unstrut in den Bereich der Mansfelder Seen. Konkret geradezu ins verminte Feindesland der Frühfüller. Wenn René Schwalbe im Jahr nach der Lese schon irgendwann einen Vorjahreswein füllt, gilt das in der Branche als Sensation. Und doch war er neugierig genug, Gastgeber zu sein. Und er war ein sehr guter. Insgesamt 70 Weine hatten es nach Rollsdorf geschafft, bis auf einen Erzeuger hatten sich alle Betriebe beteiligt, die bereits  2019er Weine auf der Flasche haben, wenn auch nicht immer mit allen Sorten. Trotzdem kam ein sehr schönes Feld zusammen.

Rosa im Trend

Los ging es mit 16 Vertretern der Rubrik Rosé/Rotling. Eine ausnahmslos sehr schöne, durchaus differenzierte Runde. Borns „Pink Pony“, „Alles Rosa“ von Klaus Böhme, die Rosés von Böhme und Töchter, „Rosé Paradies“ von Dr. Hage, der André Rosé von Herzer und der Spätburgunder von Schulze stachen hervor. Sehr gut auch Beyer und Thürkind, gefolgt von Gussek und Heft. Kein Durchfaller.

Keine Durchfaller

Bei den neuen  Bacchus ganz vorn Proppe. Knapp vor den ebenfalls tollen von Dr. Hage, Thüringer Weingut Bad Sulza (TBS) und Böhme und Töchter. Duchfaller auch hier Fehlanzeige.
Bei den elf Müller-Thurgau die Naumburger Wein- und Sektmanufaktur (WSM) mit einem sehr urtypischen weit vorn. Ebenfalls herausragend Proppe und Klaus Böhme.
Fünf Gutedel als Vertreter einer Renaissance-Rebsorte. Sehr gut der von der Henne (WSM) und von Köhler-Wölbling. Auch Seeliger.
Zwei Silvaner am Start. Herzers mit Potential aber sehr frischgefüllt. Das wird. Klaus Böhmes, schon länger auf der Flasche, ist einfach weiter, gefestigt. Sehr schön.

Top-Rieslinge von Frühchen-Königen

Zwei weiße Cuvées, die ihre Käufer finden werden. „Trabenspiel“ von Klaus Böhme und „Traumtänzer“ von Seeliger. Die können Busse füllen.
Neun Weißburgunder. Schon tolle Tropfen dabei. Zahns Tultewitzer Bünauer Berg erneut topp. Proppe auch hier vorn dabei, ebenso Köhler-Wölbling und TBS. Pawis und Seeliger zu empfehlen.
Vier Grauburgunder. Zahn kann Burgunder von Tultewitz – geile Lage. Herzer, Pawis gleichauf. Der Weimarer Auxxerois der Winzervereinigung konnte noch nicht überzeugen.
Beim Kerner mal wieder Proppe Spitze. Der liebliche von Klaus Böhme wird weggehen,  wie geschnitten Brot.
Zwei Rieslinge. Sie kommen von den Frühchen-Königen: Klaus Böhme sehr schön. Pawis topp.

Ein Spalter und ein Hammer

Der einzige Sauvignon Blanc, aus Weimar, in Ordnung, braucht Zeit. Die Fassprobe Cabernet Blanc von Herzer deutet Riesenpotential an, erst 2020 trinken. Der liebliche Ortega von Dr. Hage ist sauber und wird, wie alle anderen lieblichen Vertreter des Abends, seinen Weg gehen. Die Scheurebe von Johannes Beyer spaltete die Tester. Mir hat sie gefallen. Und ein Grande Finale: Der Traminer von Schulze ist erneut ein Hammer.

Fazit: Es besteht Hoffnung

Fazit: Eine der besten Jungweinproben, das lässt auf tolle Basisweine hoffen. Es dürfte diesmal über alle Qualitätsstufen in großer Breite geile Weine geben. Bei den meisten Erzeugern leider nur zu wenig. Die Wahrheit steckt in der Flasche. Bei den Frühchen sollte die bis März wieder leer sein. Dann kommen die Nachfolger und dann es richtig. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.