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Ein Dessert: Pedro Ximénez

Unlängst ein herrliches Menü zum Dinner: Amuse, Vorspeise, Suppe, weitere Vorspeise, Hauptgang, Dessert – alles mit abgestimmter Weinbegleitung. Als Dessert gab’s Mousse au Chocolat mit Früchten, dazu Sherry Pedro Ximénez von der Bodega Valdespino. Pedro Ximénez – das ist der ganz süße Sherry. Erster Gedanke: Klingt gut. Zweiter Gedanke: Bin eigentlich schon satt, muss das noch sein? Dritter Gedanke: Probieren!

Der Sherry hätte gereicht

 

Die Mousse und der Pedro Ximénez, das hat schon ganz gut funktioniert, vor allem wegen der Früchte. Klar, eine süße Orgie. Doch mehr und mehr hat sich der Eindruck verfestigt, dass es die Mousse au Chocolat zum Dessert gar nicht gebraucht hätte. Der Sherry hätte es getan, sogar bestens. Ganz einfach: Zum Dessert Pedro Ximénez! Der ist schon im Bukett eine Wucht,  voluminös, mit betörend süßliche Noten. Der Geschmack bietet Aromen eines ganzen Dessert-Büffets:  Feigen, Datteln, Rosinen, Honig, Trockenfrüchte, Zimt oder Kaffee etwa, auch Schokolade und Kakao. Diese Süße, diese Wärme, diese Üppigkeit – die reinste Versuchung. Im Gaumen hat er noch ein langes Leben. Alkohol? Ist im Geschmack nicht präsent. Tatsächlich sollen es 17% sein – sagt das Etikett. Das Glas war ausgetrunken, da war von der Mousse erst zwei Löffel gegessen. 

Der süßeste Wein  der Welt

Pedro Ximénez ist auch der Name der Rebsorte,  neben Palomino die zweitwichtigste für Sherry. Der Wein wird aus den überreifen Trauben  gewonnen. Nach der Lese werden die PX (Kurzform für Pedro Ximénez)-Trauben an der Sonne getrocknet, bis der Zuckergehalt stark erhöht ist und sie quasi zu Rosinen werden. Beim Keltern entsteht ein Most mit einer gewaltigen Zuckerkonzentration. Zum Teil wird der Wein vergoren, dieser Prozess wird dann durch Zugabe von Weinalkohol gebremst. Der rein oxidative Ausbau fördert die Konzentration des Aromas. Pedro Ximénez ist der wohl süßeste Wein der Welt. 

Das älteste Sherry-Haus

Noch ein Wort zur Bodega Valdespino. Laut Eigenwerbung ist sie das älteste Sherry-Haus (seit 1430)  in Andalusien. Begonnen hat alles angeblich noch früher, als der spanische König Alfonso X. seinem Ritter Alfonso Valdespino einen Weinberg schenkte – als Dank für die Vertreibung der Mauren aus Spanien. Valdespino ist nicht nur das älteste Sherry-Haus, sondern auch das einzige, das seine Sherrys noch in Eichenholz fermentiert. Alle anderen Produzenten greifen zu Edelstahltanks.

Da ist noch das Schloss…

Da steht noch El Candado steht auf dem Etikett des Pedro Ximénez von Valdespino, ganz prominent. Candado heißt Schloss, unter Verschluss soll der Wein also gehalten werden.  Witzigerweise ist der Verschluss tatsächlich mit einem kleinen Vorhängeschloss versehen.  Kein Unbefugter soll sich daran vergreifen… Kein Wunder, 400 Gramm Restzucker pro Liter sind wahrlich eine Rarität. Und ein perfektes Dessert!

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