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Weltreise mit vier Weinen

War das ein interessantes Tasting! Die Idee: Vier Wein von vier Kontinenten.  Der Clou: Damit Europa nicht von vornherein hervor- oder heraussticht: kein Franzose, kein Italiener und auch kein Spanier – ein Geheimtipp aus der Ukraine vertritt den Kontinent. Fazit einer launigen Weltreise mit vier Weinen: Die Welt der Weine ist ganz schön spannend. Auch wenn wir (sechs Tester) nicht gepunktet haben, gab es doch eine Sieger … Und keinen Verlierer. Und eine Überraschung.

Sauvignon Blanc Villa Maria 2016

Beginn mit der weitesten Entfernung: Neuseeland. Organic Sauvignon Blanc von Villa Maria 2016, Marlborough, Neuseeland.  Sofort Zufriedenheit bei allen. Spontan gesagt und notiert:  Kräutrig, geriebene Grapefruitschale, bio natürlich, Paprika, Grapefruit, Exotik, Blumenstrauß, Gewürze, Gras, Koriander. Da ist ganz viel in dem Wein,  da ist ganz viel Sauvignon Blanc, ganz viel Neuseeland. Hat noch nie enttäuscht. Wir wollten – wegen der Unterschiedlichkeit der Weine – nicht punkten und  auch keine Reihenfolge festlegen. Aber dieser Wein ging als Sieger des Abends durch.  

Mas Andes Reserva 2015 

Jetzt Südamerika: Chile. Mas Andes Reserva Carmenere 2015, gerne „Anden-Bordeaux“ genannt. Habe zu Rothschild-Weinen eine besondere Beziehung. Seit 1997 engagiert sich Baron Philippe de Rothschild in Chile und stellt dort – unter der Leitung von Emmanuel Riffaud – authentische Weine her. Die Rebsortenweine Mas Andes (zu deutsch: jenseits der Anden) werden im Valle de Maipo in der 2002 errichteten Bodega  vinifiziert und abgefüllt. Die Trauben werden von Hand gelesen, liegen sechs Monate  in französischen Eichenholzfässern. Tja, der erste Schluck war schwierig, irgendwann  kommen  aber doch die typischen  Aromen von Heidelbeere und Schwarzkirsche und noch viel mehr an. Je mehr Luft der Wein bekommt desto besser wird er. Nach einer halben Stunde reden wir über Vanille, Ei, Haselnüssen und Mokka. Und am nächsten Tag noch über mehr.  Wir halten fest: Wein lebt.   

Shiraz Lourensford 2015 

Afrika bedeutet natürlich beim Wein Südafrika. Shiraz Lourensford 2015. Lourensford gehört sicher nicht zu den berühmtesten Namen am Kap, hat aber eine stolze Geschichte. 1709 wurde der Betrieb als Obstbaubetrieb inklusive Weinbau gegründet, 1998 wurde die Weinbautradition wiederbelebt. Geglückt, muss man sagen, mittlerweile hat die Company etliche Preise eingeheimst. Auch für den Shiraz, der sich als typischer Vertreter seiner Art präsentiert: Fruchtige Nase, im Gaumen Tannine, Beeren, Vanille, Tabak, Fleisch. Vielleicht fehlt etwas Eleganz und Feinsinn. Fazit: Wer Südafrika mag, wer Shiraz mag – das passt. 

Shabo Grande Reserve 2014

Finale in Europa: Ukraine. Shabo Grande Reserve 2014, Cabernet Sauvignon/Merlot. Bin durch Blogger-Kollegen auf den Wein aufmerksam geworden. „War mir sicher, dass ein großer Teil  der Produktion des Weinguts entweder halbtrocken, süß oder prickelnd ist, was die Mehrheit der Weintrinker in der ehemaligen Sowjetunion bevorzugt. Als richtiger trockener Wein ist er ziemlich gut“, schreibt einer aus Frankreich. „Nach dem letzten Glas aus einer Flasche, die ich ganz allein genoss, entstanden ironisch die Verse eines Klassikers von Edith Piaf in meinem Kopf: ,Non, je ne bedrete de rien‘ (Nein, ich bereue nichts). Tatsache ist, dass jeder Schluck noch angenehmer war als die vorherige!“, meint ein Italiener. Macht neugierig. Und ja, dieser Wein vom Weingut Shabo in Odessa mit großer, langer Geschichte und dem Neustart 2003 war eine Überraschung, eine Entdeckung. Was so alles entdeckt wurde:  Salmiakpastillen, überreife rote Beeren, warme Himbeeren , Lakritze, Pflaume, schwarze Olive, Salbei, Tomatenhaut. Für Fachrkäfte: Feine Tannine, schöne Säure, lebhafter Körper. Ein dicker, fetter, wuchtiger Rotwein. Blogger-Kollege Mauricio Ceccon bringt es auf den Punkt. „Kurz gesagt, ein großer Rotwein, um Gäste, die Wein verstehen, zu überraschen.“

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