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Piesporter Goldtröpfchen – auch 007 war begeistert

Der Name ist einfach sensationell.  Und weil die bisher getrunkenen Rieslinge vom Goldtröpfchen noch nie enttäuscht haben, muss jetzt mal einer Weinlage gratuliert werden. Die Lage Piesporter Goldtröpfchen in Piesport an der Mosel feiert 150. Geburtstag. Wer in der Nähe ist hat’s gut. Das Jubiläum feiern die Goldtröpfchen-Winzer mit einem „Gold-Festival“ am 28. Juli, von 16 bis 22 Uhr. Mitten in den Piesporter Weinbergen werden 150 Goldtröpfchen-Weine zu probieren sein.  Wer nicht vor Ort sein kann (so wie ich) entkorkt zum Jubiläum eine Flasche vom Piesporter Goldtröpfchen. Bei mir gibt’s eine 2014er Spätlese trocken Piesporter Goldtröpfchen vom Weingut Reuscher-Haart. Lohnt sich.  

Berühmte Fans

Dass sich das lohnt, haben auch schon andere mitbekommen.  In seinem Roman Goldfinger lässt Ian Flemming den Bösewicht Goldfinger ein Piesporter Goldtröpfchen für James Bond zum Dinner servieren. 007 zeigt sich begeistert. Thomas Mann war ebenfalls Goldtröpfchen-Fan. In seinem Roman „Lotte in Weimar“ gibt es einen „Franzosen“ und eben einen Mosel aus Piesport. Natürlich werden beide getrunken. Schließlich: Das Piesporter Goldtröpfchen war einer der Weine auf der Hochzeitsfeier von Prinz Andrew und Sarah Fergusson am 23. Juli 1986 am englischen Königshof. 

Die älteste Lage?

Mit Rekorden muss man vorsichtig sein. Fakt ist: Die erste bekannte Verwendung des Lagennamens stammt aus dem Jahre 1868. Damals verkaufte ein Winzer aus Piesport gemäß einem Kellerbuch aus dem Jahre 1875 insgesamt 13 Flaschen 1868er Piesporter Goldtröpfchen nach Berlin zum Preis von 6 Mark die Flasche. Das Kellerbuch befindet sich heute noch im Besitz einer Piesporter Winzerfamilie. Aus dem gleichen Jahr, 1868, stammt die Saar-Mosel-Weinbaukarte von 1868. Die Karte wurde 2011 von dem Weinjournalisten Stuart Pigott und dem Vermessungsdirektor Alfons Hausen wiederentdeckt und der Öffentlichkeit erschlossen. Kellerbuch und die Lagenkarte können als Geburt der Vermarktung der Steillagenweine an der Mosel bezeichnet werden.

Alles Riesling

Piesport ist mit 431 Hektar die größte Weinbaugemeinde der Mosel. 66 Hektar davon umfasst die Lage Piesporter Goldtröpfchen, eine Steillage.  99 Prozent der Reben sind  Riesling. Schon 1763 hat der weitsichtige Piesporter Pastor Johannes Hau bewirkt, dass die Gemeinde Piesport den Beschluss gefasst hat, nur noch Riesling anzupflanzen – 24 Jahre bevor Kurfürst Clemens Wenzeslaus den Rieslinganbau für die ganze Mosel anordnete. Lange Zeit galt „Piesporter“ als Synonym für Riesling.

Foto: Jörg Kinn

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