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Kanada: starke Rote

Weine aus Kanada haben mir oft gut gefallen. Leider sind sie in Deutschland nur schwer bzw. gar nicht zu bekommen. Eine gute Gelegenheit, die alte Freundschaft aufzufrischen, ergab sich bei einem Event am Rande der ITB in der kanadischen Botschaft in Berlin.

Die Weißweine –  keine Überraschung – haben nicht enttäuscht. Der schöne Sauvignon Blanc von der Burnt Ship Bay Winery aus Niagara-on-the-Lake  erwies sich als feiner Partner zu Fisch und Meeresfrüchten. Zweiter Weißer war ein Riesling von Pond View. Nun ja, Rieslinge aus anderen Teilen der Welt haben es in Deutschland schwer. Pond View hat mit anderen Weinen überzeugt  – mit Roten. Überhaupt waren die Entdeckungen des Abends die Rotweine. Vier standen zur Auswahl, davon drei verschiedene Typen, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Kanada-Bordeaux

Da war der 2015er Cabernet/Merlot Lot 74 von der Pond View Winery  aus Niagara-on-the-Lake. Rund, harmonisch, klassisch Kirschen, Beeren und eine Lakritznote in der Nase –  würde jedem Bordeaux zur Ehre gereichen. Die Recherche ergab, dass auch noch eine Spur Cabernet Franc im Spiel ist – fertig ist der kanadische Bordeaux.  Die Cabernet/Merlot Reserve von 2014 aus der gleichen Winery setzt da noch einen drauf. 10 Monate lag der Wein im Barrique, das gibt etwas mehr Power, mehr Würze. Generell hat der Wein viele Facetten: Pflaumen, ein Hauch Schokolade und Vanille sind notiert, und mehr. Schöner Wein, gerne wieder.

Shiraz in Bestform

Dann der 2012er Shiraz von der Mission Hill Family Estate. Mission Hill ist ein guter, alter Bekannter, die Winery im Okanagan Valley in British Columbia gehört zu den Pionieren und den großen Namen des Gebietes, wohl in ganz Kanada. Notizen vom Shiraz: würzig, aromatisch, Nelken, Anis?, Pfeffer, schwarze Früchte, und ja, noch ganz versteckt Rest-Tannine  –  alles in schönster Harmonie. Kurzum, alle Erwartungen  an einen Shiraz aus der neuen Welt werden mehr als erfüllt.

Exot Baco Noir

Schließlich ein 2015er Baco Noir von der Sue-Ann Staff Winery in Jordan, Ontario. Sue-Ann Staff war 2002 Winemaker des Jahres in Ontario. Baco Noir ist eine interessante Rebsorte. Sie war früher in Frankreich weit verbreitet, durch das EU weite Verbot von Hybridreben wurden 1960 alle Baco-Noir-Reben gerodet. In Kanada (wie in ganz Nordamerika) gibt es kein Verbot.  Dennoch ist die frühreifende Sorte ein Exot,  die Anbaufläche in Nordamerika beträgt keine 500 Hektar. Und wie es bei „Exoten“ oft so ist – sie sind gewöhnungsbedürftig. Der Baco Noir von der Sue-Ann Staff ist weich mit markanten  Aromen von Beeren und Pflaumen in Nase und Gaumen, dazu eine leicht süßliche Note. Süßkirschen? „Gekühlter Glühwein“, urteilte jemand – das ist zu hart. Gewiss ein ungewöhnlicher Wein, aber wo kommen wir hin, wenn alle Wein gleich schmecken? Als  perfekter „Gateway“ Rot für Weißweintrinker wird der Back Noir von der Winery gepriesen – ein hübscher Ansatz.

Resümee Kanada – hat sich mal wieder gelohnt.

 Fotomontage: Patrick Moye

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