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Gibt es risikofreien Wein-Konsum?

Schwieriges Thema. In der Zeitschrift The Lancet („die Lanzette“) – eine der ältesten medizinischen Fachzeitschriften der Welt – wurde eine Studie zu den gesundheitlichen Risiken des Alkoholkonsums veröffentlicht. Für uns Weintrinker natürlich ein Thema. Letztlich geht es um die Frage: Gibt es risikofreien Wein-Konsum? Ergebnis jener Studie ist, dass die gesundheitlichen Risiken die gesundheitlichen Vorteile eines moderaten Alkohol-Konsums überwiegen. Wer gerne ein Glas Wein trinkt und stets davon ausgegangen ist, dass einem das durchaus gut tut, ist jetzt irritiert.  Ich sammle seit Jahren  Ergebnisse von Studien und Untersuchungen zum Thema. Und bin von den eher positiven Wirkungen eines MODERATEN Wein-Konsums überzeugt. Nun das. 

Forderung nach Gesetzen

Die Studie im Lancet ist schwere Kost. Sie ist eine Zusammenfassung  aus 694 Datenquellen und 592 Studien in 195 Ländern zwischen 1990 und 2016. Alles hochwissenschaftlich natürlich. Unter anderem heißt es, dass im 2016 2,8 Millionen Todesfälle weltweit (4,85%) alkoholbedingt waren. Am Ende steht die Forderung, dass der Alkoholkonsum von den Gesetzgebern reguliert werden soll.
Da hört der Spaß auf. Bin der Meinung, Regulierungen richten mehr Schaden an als Nutzen. Michael Gorbatschow, der Ende der 80er Jahre versucht hat, im Sowjetreich den Alkoholkonsum zu regulieren und damit kläglich gescheitert ist, kann ein Lied davon singen.  Die Älteren werden sich an die Prohibition in den USA und einigen nordeuropäischen Ländern vor rund 100 Jahren (auf den Färöern bis 1992) erinnern. War auch kein Erfolg.

Stellungnahme zeigt Fehler auf

Die Studie hat auch die Deutsche Weinakademie (DWA), eine Interessenvertretung der deutschen  Weinwirtschaft, aufgeschreckt. Umgehend hat der Wissenschaftliche Beirat der DWA dazu eine Stellungnahme verfasst. Die ist nicht ganz so schwer verdaulich, zeigt unter anderem gravierende Schwächen und Fehler der Studie auf. So beruhen die angegebenen Trinkmengen auf Schätzungen, bleiben Trinkmuster unberücksichtigt und wird zwischen den alkoholischen Getränken nicht unterschieden. Auch länderspezifische Aspekte spielen keine Rolle. Die Stellungnahme soll natürlich erstmal beruhigen.

Stellungnahme Lancet

Eigenes Urteil

Wer es also ganz genau wissen will, sollte erst die Studie und dann die Stellungnahme lesen und sich sein eigenes Urteil bilden. Habe mich fast fast zwei Stunden lang mit den beiden Papieren beschäftigt und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass kein Handlungsbedarf besteht. Im Moment ist die Aussicht auf Genuss stärker als die Angst vor einem Risiko.
Beobachte das Thema natürlich weiter.

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