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Prosecco ohne Pflanzenschutzmittel

Diese Nachricht verdient Aufmerksamkeit: Die Mitgliederversammlung des Konsortiums Prosecco DOC hat beschlossen, ab der Lese 2018 die Pflanzenschutzmittel Glyphosat, Folpet und Mancozeb zu verbieten. Die Pflanzenschutzmittel werden bereits ab diesem Jahr aus den offiziellen Anbau-Statuten gestrichen.

Umstrittenes Mittel

Glyphosat ist der weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichter und hoch umstritten. Denn das Mittel steht im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen.  Im März 2015 war die Diskussion über die Gefahren von Glyphosat entbrannt, als die Weltgesundheitsorganisation den Stoff als „wahrscheinlich krebserregend“ klassifizierte. Mehrere Initiativen forderten von der EU-Kommission daraufhin einen Verbot des Pflanzenschutzmittels. Dazu kam es nicht.

Zulassung verlängert

Die EU-Kommission verlängerte die Zulassung von Glyphosat vor knapp einem Jahr um bis zu 18 Monate. Bis zum Ablauf dieser Zeit sollte eine neue Studie der europäischen Chemikalienagentur klären, ob Glyphosat krebserregend wirken kann. Die Studie wurde kürzlich veröffentlicht, die europäische Chemikalienagentur stufte im März 2017 Glyphosat nicht als krebserregend ein. Die Diskussion dürfte weitergehen.
Habe während meines Studiums (ist über 30 Jahre her) selbst mit Glyphosate Versuchsreihen im Weinbau durchgeführt. Einige Dutzend Rebstöcke haben das nicht überlebt, was mir noch heute leid tut. Der Verzicht des Prosecco-Konsortiums auf die genannten Pflanzenschutzmittel und vor allem Glyphosat ist daher eine gute Nachricht.

Die Mitteilung des Prosecco-Konsortiums

Hier nun Auszüge aus der Mitteilung des Prosecco-Konsortiums:
Als erstes Weinanbaugebiet der Welt geht Prosecco DOC neue Wege in Sachen Nachhaltigkeit. Konsortiumspräsident Stefano Zanette hatte bereits im Februar erste konkrete Schritte in Richtung der Systemzertifizierung angekündigt, die viele Diskussionen auslösten. Am 5. April wurden nun in der Mitgliederversammlung des Konsortiums offiziell die Weichen für einen nachhaltigen Anbau von Prosecco DOC gestellt.  „Wir haben den Stein ins Rollen gebracht, von hier aus gibt es kein Zurück. Aber das Ziel ist ambitioniert und der Weg zur allumfassenden Nachhaltigkeit ist lang – wir müssen Schritt für Schritt vorgehen“, so Zanette direkt nach der Hauptversammlung, in der die komplette Beseitigung von Glyphosat, Mancozeb und Folpet ab dem Weinjahr 2018 beschlossen wurde. Diese in der Weinwelt bahnbrechende Maßnahme wird für alle Produzenten obligatorisch, die die kontrollierte Ursprungsbezeichnung Prosecco DOC führen wollen.

„Wie ich unseren Mitgliedern erklären konnte, handelt es sich um eine soziale Verantwortung, die über wissenschaftliche Bewertungen hinausgeht. Die Wissenschaft hat uns bestätigt: Auch ohne Pflanzenschutzmittel ist ein qualitativ hochwertiger Weinbau möglich. Ich bin überzeugt davon, dass wir trotz der Bedenken einiger Mitglieder, einmal mehr die Fortschrittlichkeit und Dynamik unserer Ursprungsbezeichnung unter Beweis stellen. Wir möchten so zeigen, dass Profit nicht das einzige Ziel ist, sondern auch verantwortungsvoll mit den Erwartungen der Verbraucher und Bewohner unseres Anbaugebiets umgegangen wird“, erklärt Zanette.  Das Konsortium bietet seinen Produzenten jegliche notwendige Unterstützung, um diesen schwierigen, irreversiblen Übergang zu erleichtern.

Fazit: Guter Schritt, bleibt nur noch die Frage der Kontrolle..

Foto: Prosecco DOC

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