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Neues aus dem Mercure

Die Weinkarte der Mercure-Hotels verdient das Prädikat innovativ und ist für Wein-Liebhaber, -Entdecker (und Beobachter) ein sicherer wie spannender Tipp. Halbjährlich wird eine neue Karte („Grand Vins Mercure“) mit zum Teil neuen Weinen aufgelegt, ausgewählt von Stammkunden der Hotels. Habe bei den letzten Besuchen im Mercure  2014 und 2015 schon einige Volltreffer entdeckt – dieses Mal wieder.
Die drei spannendsten Weine:

2014 Stadecker Grauer Burgunder, Weingut Beck

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Liebe auf den zweiten Blick, weil schon ein ungewöhnlicher Grauburgunder. Die Farbe ist ein Hingucker: strahlendes und sehr kräftiges goldgelb. Die Nase – feinfruchtig, buttrig – erinnert im ersten Moment an einen Chardonnay. Im Glas zunächst etwas rätselhaft, aber nach ein paar Minuten kommt’s: Aromen von Aprikose, exotischen Früchten, Rhabarber, Mandarine, auch Mandeln und Nüsse, durchaus intensiv, aber wohldosiert. Richtig in Form kommt Becks Grauburgunder als Begleiter zum Spargel – fast  eine Traumhochzeit.

Edition M IV – Mundschenk Cuvée 2012, Weingut Knipser

Bei der vom Pfälzer Weingut Knipser eigens für die Hotelkette kreierten Cuvée sieht im Vergleich so mancher Bordeaux alt aus. Habe den Wein vor anderthalb Jahren kennengelernt, das war schon nett. Aber der Junge hat sich prächtig entwickelt: In der Nase würzig, pfeffrig, wir erkennen Nelken, Zimt, fast weihnachtlich. Im Geschmack dann klassisch dunkle Beeren, zielsicher Brombeeren, das Holz ist auch noch spürbar. Klar, der Wein ist immer noch etwas jung, etwas wild, aber wenn das so weitergeht… Bin auf den Test in sechs Monaten gespannt. Zur Erinnerung noch einmal die außergewöhnliche Cuvée: 60 Prozent steuern Cabernet Sauvignon und Merlot bei, 20 Prozent kommen von der Paarung Cabernet Sauvignon/Cabernet Franc und zehn Prozent sind jeweils Cabernet Cubin und Dornfelder.

2011 Kirschgarten Pinot Noir, Philipp Kuhn

Die Messlatte beim Jungstar aus der Pfalz liegt hoch – Philipp Kuhn erfüllt die Erwartungen. PN-Liebhaber werden jauchzen: Ein Pinot Noir so klassisch wie innovativ. Klassisch, weil im Wein alles ist, was in einem großen Pinot Noir erwartet wird: die markante, animalische Nase, typisch nach Saft von rohem Fleisch, auch typisch im Geschmack die reifen Pflaumen und geschmeidigen Tannine. Innovativ, weil Kuhns Großes Gewächs für einen Pinot Noir sehr farbintensiv ist, im Geschmack viel Power hat, einen charmanten Pfefferton, dazu Röstaromen, Kaffee und noch ein bisschen mehr. Großer Individualist, großartiger Wein.

Gute Nachricht: Nach wie vor verkauft Mercure alle Weine von der Grand Vins-Karte auch außer Haus – zum gleichen Preis wie ab Hof und im Online-Shop. Ganz interessant auch das Online-Magazin, in dem die Weine bei einer Blindverkostung getestet werden.

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