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Wein-Gespräch: Bruno Schmitt

Bruno Schmitt führt das 16-Hektar-Weingut Trockene Schmitts zusammen mit seinem Bruder Paul in Randersacker bei Würzburg in Franken. Der Name ist Programm, kaum ein Wein im Sortiment hat mehr als ein Gramm Restzucker. Habe 2014 bei einer kleinen Franken-Tour auch  die Trockenen Schmitts besucht, es hat sich gelohnt.

Den Namen Trockene Schmitts müssen Sie erklären…
Ganz einfach: Unsere Weine sind komplett durchgegoren. Es gibt keine Kaltvergärung, keine Aromahefen, keine Anreicherung, wir machen nur naturreine Weine. Früher wurden wir auch Saure Schmitts genannt, Trockene klingt aber besser.

Hatten Sie als Winzersohn überhaupt eine Chance, etwas anderes zu machen?
Aber ja, es war überhaupt nicht geplant, Winzer zu lernen. Mein älterer Bruder hat Winzer gelernt und das Weingut übernommen. Mein Onkel Robert Schmitt hat mich überredet, Winzer zu lernen. Gottseidank bin ich Winzer geworden, ich hätte sonst die Polizeilaufbahn eingeschlagen.

Sie wollten Polizist werden?
Ja, mein bester Kumpel hat das gemacht und der hat schon zeitig richtig Geld verdient. Ich nicht. Also für einen 17-Jährigen war die Polizeilaufbahn schon lukrativ. Ich kannte ja die Arbeit in Weinberg und Keller von Zuhause, das war das nicht unbedingt das, wonach man als Jugendlicher  strebt.

Haben Sie es je bereut?
Nein, niemals. Und 2002 hat sich der familiäre Kreis geschlossen, da haben mein Bruder Paul  vom Haus der trockenen Weine und ich vom Weingut Robert Schmitt unsere Betriebe zusammengelegt.  Seither heißen wir Trockene  Schmitts.

Was trinken Sie im Alltag am liebsten?
Leichte Weine, Müller-Thurgau, Silvaner, trockener Bacchus, je nach Anlass. Als Winzer natürlich vor allem die Reste vom Tag.

Was kommt bei einem besonderen Anlass auf den Tisch?
Silvaner Alte Reben, das ist für mich immer ein Highlight. Der Silvaner ist halt unsere Rebsorte.

Was interessiert Sie an Weinen außerhalb Frankens?
Leider komme ich selten raus. Aber ich finde die ganze Weinwelt interessant. Egal, wo ich mal hinkomme, manchmal wird mit auch was mitgebracht, da bin ich immer froh, anständigen Wein zu trinken. Ich habe keine Präferenzen.

Wie halten Sie es beim leidigen Thema Verschlüsse?
Wir haben mittlerweile komplett auf Schraubverschluss umgestellt. Vor fünf Jahren haben wir mit unseren Kabinett-Weinen damit begonnen und die Kunden damit herangeführt. Heute sind die Kunden, die früher die größten Widersacher der Schraubverschlüsse waren, diejenigen, die sagen: Herr Schmitt, jetzt dürfen Sie die Spätlesen auch verschrauben. Wir sind dieser Erlaubnis gefolgt und seit 2012 ist alles im Schraubverschluss, aber ohne Plastikeinsatz.

Gibt es den idealen Wein?
Es gibt ihn und ich habe bestimmt einige davon in meinem Kühlschrank. Ideale Weine sind die, wo ich am liebsten noch eine zweite aufmache wenn die erste Flasche leer ist.

Folgen Sie einer Wein-Philosophie?
Durchgegorene Weine, ohne Schnörkel. Immer naturbelassen, nie angereichert. So wie er steht, so wird er abgefüllt.

Was ist so schön am Wein?
Man kann ihn trinken.

Paul und Bruno Schmitt

Paul und Bruno Schmitt

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