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Wie schmeckt Abchasien?

Wein aus Russland war im Blog schon einmal Thema, das Ergebnis jedoch wenig erfreulich. Nun, wie angekündigt, ein zweiter kleiner Test mit zwei direkt aus Russland (Sotschi) eingeflogenen Weinen. Ausgekippt werden musste diesmal nichts, naja, nur wenig. Die Weine:

Rotwein „Buket Abchasien“ Die Rebsorte ist kaum zu entziffern, der Produzent auch nicht. Aber der Name ist natürlich eine Wucht. Buket Abchasien! Abchasien ist eine an das Schwarze Meer grenzende Region im Süd-Kaukasus, rund 250 000 Einwohner, gehört eigentlich zu Georgien. Unter der Bezeichnung Republik Abchasien betrachtet sich das Gebiet als selbstständigen Staat, den bisher fünf Länder (Russland etc.) anerkannt haben.
Wie schmeckt nun Abchasien? Süß! Kein Wunder bei 140 Gramm Restzucker. Die Verkostungsnotizen: „Flüssiges Marzipan, Blüten-Aromen, Rosenblüte, überreife Erdbeeren, 16 Prozent Alkohol sind kaum spürbar.“ Fazit der Verkosterrunde: Durchaus trinkbar, zum Dessert, da ein kleines Gläschen, mehr aber auch  nicht. Ein paar Tage später: „Maiglöckchen, Flieder, Möbelpolitur, eine Spur Maschinenöl.“

Chateau Grand VostockWeißwein: „Terre du Sud“ Viel spannender als der Rote, weil Chateau Le Grand Vostock (Chateau Großer Osten) nach was Großem klingt und außerdem Erinnerungen weckt. Bei einem Besuch in Russland vor acht Jahren hat ein Cabernet-Saperawi-Cuvée vom gleichen Gut durchaus überrascht.  Das Weingut – rund 300 Kilometer nordwestlich von Abchasien gelegen –  ist ein französisch-russisches Gemeinschaftsunternehmen, liegt  40 Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt in der Region Krasnodar. 88 Hektar sind eine Hausnummer. Ums Geschäft kümmern sich die Russen (Elan Denisova und Igor Sorokin), um den Wein die Franzosen (Frank Duseigneir und Gael Brullon). Die können das, auch im tiefen Osten. Der „Terre du Sud“ ist ein Sauvignon Blanc, riecht und schmeckt auch wie ein Sauvignon Blanc. Kein großer, aber solide. Notizen: „Spargelgeruch, exotische Aromen, Zitrusfrüchte, trocken,  etwas wenig Säure.“ Ein zweites Glas geht.

Fazit: Zwei interessante Weine, grundverschieden. Wein aus Russland kann alles sein. Traditionell russisch ist wahrscheinlich immer süß. Hält die Moderne Einzug, wird es trockener, internationaler und damit auch austauschbarer. Der  „Terre du Sud“ hätte sonst woher kommen können. Beide Weine haben ihre Klientel.

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