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Unbekannte Perlen | Vin de Pays

Manchmal sind es unbekannte Perlen, die die Wein-Welt so spannend und einen vermeintlich ereignislosen Abend zu einem Festtag werden lassen. Habe im Keller zu einer Flasche Domaine du Dausso 2002, Cuvée Valerie gegriffen. Ein Wein aus Südfrankreich, klassifiziert als Vin de Pays d’Oc, was immer eine Art Wundertüte ist. Wundertüte deshalb, weil bei den Vin de Pays nie klar ist, was einen erwartet, von Weltklasse bis Kreisklasse ist alles möglich. Diese Weine haben hierzulande wenig Renommee. In diesem Fall ein Jammer.

Domaine de Dausso ValérieGekauft wurde der Wein im Sommer 2004 auf einem Weinfest in Clermont L’Herault, direkt am Stand der sympathischen Winzerin Valérie Cabanes. Die erzählte damals voller Enthusiasmus von ihrem 4 Hektar „großen“ Weingut im nahen Örtchen Ceyras (Hérault), ein junges Unternehmen, damals gerade drei Jahre am Markt. Auf der Homepage von Domaine du Dausso wird heute eine Adresse in Saint Félix de Lodez aufgeführt, quasi um die Ecke. Das Weingut ist im deutschsprachigen Raum kaum bekannt, kenne keinen Händler, der Dausso-Weine gelistet hat.

Nun also die letzte Flasche vom damaligen Einkauf. Valérie ist eine Cuvée der Rebsorten Merlot, Syrah und Carignan, 11 Euro waren damals fällig. Aber was für ein Ereignis nach über 10 Jahren Reife: Ein fantastischer Tropfen, Farbe tief lila, die Nase Südfrankreich pur mit Aromen nach allerlei Kräutern, Gewürzen und Lavendel,  ein Wein voller Kraft und doch weich, einfach fantastisch. So viel Charisma ist selten. Erinnere mich an ein ähnliches Erlebnis mit einem Mas de Daumas Gassac (Aniane, auch aus der Region), nur war der mindestens dreimal so teuer.

Also: Weine ein paar Jahre liegen lassen, lohnt sich. Lohnt sich auch bei unbekannten Weinen, die Überraschung kann groß sein.  

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