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Sachsens Siegerweine

Die Medaillenvergabe bei Weinen ist eine schwierige Sache, der Weinbeobachter ist kein Freund von Weinprämierungen. Aber: Ein Anhaltspunkt sind Medaillen bei den Weinen dann doch irgendwie, und wenn auch nur mit der Botschaft, dass sie schon ganz gut sind. Gilt für die jüngste Landesweinprämierung in Sachsen, wo immerhin 80 Medaillen vergeben wurde. Zurecht, findet unser Sachsen-Korrespondent.

Bilanz des Jahrgangs 2013, der als „schwierig“ in die Geschichte eingehen wird: 19 mal Gold, 41 mal Silber und 20 mal Bronze. Die 19 in der mit „Sächsisches Weingold“ überschriebenen Vernstaltung geehrten Tropfen sind prinzipiell zu Recht vergoldet wurden. Aber mit Abstufungen. Herausragend ein Bacchus Radebeuler Lößnitz vom Winzerhaus Matyas. Hier wird beispielhaft demonstriert, was diese Rebsorte kann, wenn man sich ihr ernsthaft widmet. Dem ebenfalls mit Gold bedachten Grauburgunder des Hauses fehlte es etwas an Würze, die die tolle Frucht zum klar erkennbaren Grauen Burgunder gemacht hätte. Wie das aussehen kann, zeigt Walter Schuh mit seiner 2012er im Holzfass gereiften Granate, einer Spätlese trocken mit 15 (!) Volumen-Prozent Alkohol. Selbst die kann er ab – ein Hammer.

Der goldene Rest ging an die drei Großen. Sieben Mal  dabei an Proschwitz, davon zwei Sekte. Zu den Weinen: Die Traminer-Auslese steht wie eine Eins. Die 12er Weißburgunder Barrique-Spätlese, das Große Gewächs im VdP-Ranking, ist schon toll, der 13er aber deutlich besser. Der geschmacklich saubere Blanc de Noir wirkt farblich vielleicht zu rosé. Der 11er Spätburgunder aus dem Barrique ist sehr schön, der, warum auch immer, hier angestellte 09er bekam das Gold wohl als Durchhalte-Medaille.

Die Genossenschaft holte mit einem Traminer-Sekt Gold und einem lieblichen Traminer. Traminer darf das – sehr gelungen.

Bliebe Wackerbarth, das nur mit einem Traditions-Cuvee Gold für einen Sekt holte. Dafür aber mit sechs Weinen. Ein sauberer trockener Dornfelder. Ein schöner Weißburgunder Kabinett 2013, der eigentlich schon eine Spätlese ist. Einem Jahresvorgänger als Spätlese Barrique, der Holz und Frucht sauber kombiniert.  Eine sanft daher schmeichelnde Riesling Spätlese 2013, die sich dann mit monumentaler Frucht öffnet. Wackerbarth knüpft nahtlos an die schon im Vorjahr brillierende Kollektion an und zeigt, dass sich Geduld und Investitionen auch im Glas bemerkbar machen können. Bliebe noch die „Edition 1950“, ein gemischter Satz aus einem genau so damals gepflanzten Berg, dominiert von Riesling und Traminer, flankiert und aufs Feinste ergänzt von Grauburgunder und dem in Sachsen eher seltenen Silvaner. Der Überflieger aber war ein Blaufränkisch von 2012 aus dem Goldenen Wagen. Als Lemberger gern mal verkannt, hat die angehende Kellermeisterin Christiane Spieler mit ihrer Mannschaft einen Blaufränkisch gezaubert, der den in Österreich gebräuchlichen Namen verdient. Geringer Ertrag, Kraft und Eleganz – den würde wohl auch ein Weinfreund aus dem österreichischen Burgenland nicht verschmähen.

Besonders auffällig an der diesjährigen Veranstaltung war die Beschränkung aufs Wesentliche – den Wein. Und das hat sich gelohnt.

Reben bei Proschwitz

Reben bei Proschwitz

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